Es sind ca. 800 Situationen, die ich hier zwischen 2012 und 2014 im Raum Remscheid, Wuppertal, Solingen fotografiert habe.

Dabei sind es fast nur Fotos mit Situationen, die sonst niemand so festgehalten hat. Es ist der Teil unserer Lebensgeschichte und unserer Lebenszeit, der als flüchtiger Moment im öffentlichen Raum vorbeigeht, uns vorübergehend prägt und dann später in der Erinnerung endgültig verschwunden ist, wenn er nicht festgehalten wurde.

In der Reihung ergibt sich daraus ein visuelles fotografisches Gemälde. Eine Landschaft des öffentlichen Raumes mit dem roten Faden des eigenen Wegs zwischen Raum und Zeit.

Mein roter Faden und meine Reihung war die Zeit in einem bestimmten Raum mit dem, was uns umgibt und visuell wirkt. Es ging nie um die Ereignisse in der Politik wie Treffen, Sitzungen, Veranstaltungen etc., es sei denn sie sind im öffentlichen Raum der Menschen längerfristig sichtbar und wirksam.

So habe ich nun mehrere Jahre Remscheid, Solingen und etwas Wuppertal im öffentlichen Raum festgehalten.

Daraus wurde rückblickend  ein Gesamtwerk aus Raum und Zeit.

Weil es keine Chronik ist sondern ein Zeitrahmen und ein Raumrahmen gesetzt wurden, ist dies alles eben nur zeitweise geschehen.

Und weil dies alles ursprünglich einmal bergischer.bildermonat.de hieß, habe ich dies alles dann zeitweise.bergischer.bildermonat.de genannt. Das passt richtig gut, wenn man nicht den Kunstaspekt sondern den fotografischen Inhalt und die zeitliche Dimension betonen will.

Wenn ich damit im Dezember aufgehört habe, dann ändert sich damit wieder etwas. So ist dieses Gesamtwerk ebenso einer Veränderung unterworfen wie die Dinge, die man darin sieht. Man sieht sie übrigens nur, weil sich immer etwas geändert hat.

Dieses Projekt war auch mehr als Fotografie. Es war der Versuch Momente durch Festhalten zu erleben.

Da stecken als gedanklicher Ansatz Daido Moriyama und William Eggleston drin und eigene existenzielle Erfahrungen, die unbedingt Umsetzung erforderten.

Das Ergebnis ist original Mahlke besser „original mima“ wie ein guter Bekannter immer sagte.

Was bleibt ist das, was fotografisch vorbei ist, aber oft noch unsichtbar da.

Durch das Betrachten wird es wieder lebendig und wirkt neu auf jeden, der dies sieht. Damit wird Vergangenheit zur Gegenwart und deshalb ist dies hier Kunst.

Daher ist die hier gezeigte Variante des öffentlichen Lebens zugleich Geschichte und Gegenwart. Zudem ist es eine Dokumentation des Wandels.

Der unglaublich schnelle Wandel hat mich schon überrascht.

Zugleich ist dieses Projekt wie ein Sammlung von Fotos in einer Galerie.

Ich stelle mir immer vor, Sie stehen vor den gerahmten Fotos, die hintereinander an einer Wand stehen und blättern darin.

Jedes Foto hier könnte auch „echt“ in einer Galerie hängen oder stehen und mit einer echten Umrahmung versehen sein.

Gedruckt im Buch sehen sie schon gut aus, an der Wand wirken manche noch besser.

Und dem Foto einen Rahmen geben sollte nicht nur bei der Aufnahme geschehen sondern auch dann, wenn das Foto selbst Teil der es umgebenden Welt wird, damit es abgetrennt, eingebettet und betont wird auf angemessene Weise.

Die Fotos hier haben alle Rahmen, die nicht per Zufall ausgewählt wurden.

Insofern wandern Sie durch eine Galerie von Raum und Zeit im Bergischen Land. Gemacht mit Menschen, die allesamt keine Künstler sind und doch dabei waren durch ihre Art im öffentlichen Raum zu sein, wenn ich Momente festhielt mit der Kamera.

Sie sind namenlos und nicht direkt zu sehen (das ist dem Persönlichkeitsrecht geschuldet) aber sie sind dabei.

Daraus wurde eine visuelle Landschaft, die mir die Möglichkeit gab, daraus insgesamt ein digitales Gesamtkunstwerk zu machen, dessen einzelne Bestandteile auch Kunst sein können.

Und dabei entwickelte sich dies dann aus sich selbst heraus.

Das hat was.

Hier gibt es auch Texte. Diese sind aus einer Zeit als noch nicht klar war, wie sich hier alles entwickelt. Insofern gehören sie zur Authentizität. Da sich alle Texte auf Fotos beziehen, sind sie aber erläuternd und nicht dominierend.

Kunst kann etwas zum Ausdruck bringen und vielleicht auch sensibilisieren.

Es handelt sich bei diese Webseite im Rückblick um eine künstlerische Installation, die sich von 2012 bis 2014 entwickelte.

Zudem ist dies ein sehr persönlicher Weg, der hier als Projekt sichtbar wird und aufgezeichnet worden ist, weil ich in dieser Zeit mehrfach meine Rückkehr ins Leben nach schweren Schicksalsschlägen probiert habe. Daher sind dies auch Stationen meiner Lebensversuche und meines mehrfachen Scheiterns.

Das kann man alles nicht in Worte fassen und einige Fotos zeigen daher auch meinen Versuch, wieder Halt zu finden, direkt oder gespiegelt. Dabei suchte ich dann auch manchmal Orientierung im öffentlichen Raum und fotografierte, was ich dann sah.